Eröffnung: Samstag, 27. April 2019, 14 Uhr

In Kooperation mit der Staatsgalerie Stuttgart

Oskar Schlemmer (1888 – 1943) war einer der vielseitigsten Künstler der Moderne überhaupt. So war er als Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Wandgestalter und Choreograf von Tanzprojektentätig. Diese vielen unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen führen immer einen zentralen inhaltlichen Aspekt seines Schaffens vor Augen: die Vision einer Zukunft, in welcher der moderne Mensch in Harmonie mit technischen und gesellschaftlichen Neuerungen lebt. Die Kunst sollte hierzu einen entscheidenden Anteil beitragen und eine gesellschaftliche Wirkung entfalten. Die Fragestellungen Schlemmers, die in diesem Zusammenhang von Bedeutung sind und auch andere Künstler der Avantgarde beschäftigten, haben bis heute nicht ihre Aktualität eingebüßt.

Die erste monografische Schlemmer-Ausstellung im Osten Deutschlands bildet diese Vielfalt mit über 75 hochkarätigen Exponaten eindrucksvoll ab. Einzelwerke eines László Moholy-Nagy, Andor Weininger und Wassily Kandinsky weiten zudem ebenso den Blick wie eine Video-Raum-Installation von Alexander Kluge als Teil des Vermittlungsprogramms „WERKstatt Schlemmer“.

Das Herzogliche Museum Gotha lädt ein, 2019 auf Entdeckungsreise zu gehen und in die Kunst- und Gedankenwelt von Oskar Schlemmer und der Bauhaus-Bewegung vor 100 Jahren einzutauchen. Einen deutlichen Schwerpunkt legt die Schau auf Schlemmers Schaffen der 20er und 30er Jahre. Hierzu gehören die Zeit am Bauhaus in Weimar und Dessau ebenso wie seine Arbeiten als Wandgestalter oder Projekte im Bereich von Bühne und Tanz. Stets ist es Schlemmer dabei um die (Neu-)Verortung des Menschen in einer von technischen Entwicklungen stark beeinflussten Gesellschaft gelegen – ein Thema, das dem gestressten Individuum von heute in Zeiten von Algorithmen, Künstlicher Intelligenz und Co. durchaus nicht fremd ist.